Schokolade 2020

Oldenburg. Während behutsam der Sommer in diesem Land mal über den Horziont krabbelt und die Temperaturen am Tag erfreulich nach oben schiebt, gibt es hier im Blog nun eine erfreuliche Erweiterung: Wir dürfen und werden ab sofort über Ergebnisse berichten, Trends andeuten und eben über das erzählen, was ihr uns auf unsere Fragen zur Verfügung gestellt habt. Ende April haben wir „die dreisten Drei“ ins Leben gerufen, die mit ihrer dreiteiligen Befragungsserie über „Schokolade“, „Verkehr“ und – mit Sicherheit das meist erwartetste Thema dieser Stadt – „Sex“ durchstarteten. Zurecht trudelten bei mir viele Anfragen ein, was denn nun mit den Ergebnissen wäre – man müsse doch mal irgendwie Einblick bekommen können. Voila, Binäro hat wie ein Löwe dafür gekämpft und – tadaaa – das Team darf nun über die Ergebnisse berichten.

Und wie sich das in einem gescheiten Dreiteiler gehört, starten wir hier natürlich im Jetzt und Heute mit der ersten Befragung, die bei uns als „Schoki 1.0“ hinterlegt ist. Ziel der Befragung war die Ermittlung der Kakaotiger unter euch und welche Lieblingssorten durch den Nordwesten streifen. Natürlich bedanke ich mich im Namen des Umfrageheld-Teams bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre kalorienlastigen Antworten rund um das Thema der sündigen Bohne der südlichen Erdhalbkugel (bis etwa 20 Grad nördlicher und südlicher Breite und damit in tropischen Gebieten).

Der (herkömmliche) Weg zur Schokolade ist natürlich über die Kakaobohne. Diese befindet sich in ihrer eiförmigen Form in einer geschlossenen Frucht, welche voilett bis rötlich als Frucht des Kakaobaumes gilt, wobei die Bohne selbst als Samen daraus gilt. Kakaobohnen haben einen bitteren bzw. sogar scharfen Eigengeschmack. Um dem entgegen zu wirken und um bereits ein besonderes Aroma zu entwickeln, wird die Kakaobohne fermentiert (Gärung unter Ausschluss von Luft). In der Folge erfolgt die gute, alte Röstung (wie beim Kaffee). Hierüber erreicht man eine bessere Schälbarkeit, der Kern lässt sich besser mahlen, die Bitterstoffe werden komplett beseitigt und das Aroma bereits unterstrichen. Schokolade ist ein Lebens- und Genussmittel, dessen wesentliche Bestandteile ... „Alter, was soll das?! Schule? Bio-Unterricht oder gar Erdkunde? Geh weg mit dem Zeug ... lass mal sehen, ob hier genügend Schokoladenliebhaber (m/w/x) in der Region daheim sind!“

94,8 % unserer befragten Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind ganz klar Naschkatzen! Persönlich stelle ich es mir so vor, dass sogar im Sommer heimlich und im Eier-Fach (oben in der Kühlschranktür; bevor hier jemand plötzlich und irrtümlich auf "Unterhosen" kommt bei dem Begriff) in zartem Aluminium-Papier immer so ein kleines Naschwerk vorrätig ist. Und wehe dem, der diesen Notnagel der süßen Gaumenfreude dem eigentlich Besitzer wegsnackt ... uuuh, da werden mit Sicherheit die Krallen ausgefahren!

Die Alternative? Mit großem Abstand auf Gummibären, Nichtnascher etc. folgen die typischen Partysnacks auf die Hand – gesalzen, frittiert, gedreht und in toller Knisterfolie im Supermarkt ausgelegt: Chips, Nüsschen, Brezel & Co. Ich sage euch: Erdnüsse, Bierchen, Fußball ... bäääm, oder? Ach, verdammt ... ist ja alles hier mehr so Basketball – gewöhne ich mich wohl nie dran. Aber mal das heimliche Rezept für Snacking: Salzbrezel mit – kein Scheiß! – Tzaziki. Na, aber zurück zu den Leckereien dieser Befragung!

Rund 85 % unserer Community naschen mind. 1x die Woche. Knapp 20 % gönnen sich das Feuerwerk zwischen Zunge und Gaumen sogar mehrmals (!) täglich. Während dem Großteil der Aggregatzustand der Schokolade total egal ist – ey, Hauptsache Schoki!!! –, zieht jeder Fünfte weiche bis fast geschmolzene Schokolade vor. Mein persönlicher Favorit ist die verschwindend geringe Anzahl Naschkatzen, die es immerhin auf 2,3 % geschafft haben: diese raffinierten Schleckermäuler holen sich das gern von der Haut des Gegenübers. Mmmhm, muss man sich da als Arbeitskollege eigentlich Sorgen machen, dass ... na, lassen wir das!

Im Nordwesten bevorzugt jeder Zweite (großzügig betrachtet) die bekannten und großen Marken: kinder, Milka, Marabou, Lindt, Ritter Sport, Toblerone ... „hey, Köstritzer, bekommen wir irgendwie was als Obulus für diese Werbung?“ Na, ihr geht ja selbst mit Sicherheit mit offenen Augen durch die knallbunten Naschabteilungen in den Supermärkten eures Vertrauens. Interessant sind die gut 7 %, die auf die Schoki vom Discounter schwören – da mutmaße ich doch, dass mal eine ordentliche Feldstudie von mir betrieben werden muss. :D Die Nummer 1 im Nordwesten und damit in unserer Community ist die Marke Lindt, gefolgt von kinder auf Platz 2 und Bronze geht an Mars (mit Balisto, Snickers, Bounty & Co.).

And the Oscar goes to ... jetzt mal unter uns: Es ist mit der Schokolade in diesem Land wie mit dem TV-Format: Krimi soll hier die große Nr. 1 sein. Höre ich mich in der Familie um, so stimmt das da sogar. Oh man, da bin ich ja sowas von das schwarze Schaf. :D ABER: Sie ist und bleibt die Nr. 1 ... sogar sehr deutlich mit Abstand: In euren Herzen schlägt also ein Vollmilch-Herz und hier ist der Beweis:

Schokolade 2020 - beliebteste Sorte im Nordwesten

Ebenso spannend war für mich die Erkenntnis, dass knapp 25 % der nordwestlichen Schokoladenanbeter die Sondereditionen (bspw. Duplo weiß, Schokobons weiß, Knoppers Riegel usw.) im Regal liegen lässt. Puh, das ist doch mal ein Fehl an Absatzmarkt, den man doch eigentlich gar nicht unberücksichtigt lassen dürfte, oder? Vielen Dank also, dass ich nicht allein bin! :D Wer jetzt aber meint, dass diese 25 % zu spezielleren Sorten greift – z. B. mit Fleisch, Würmern oder Fisch –, dürfte hiervon enttäuscht sein:

Schokolade 2020 - ungewöhnlichste Sorte im Nordwesten

Freunde des gepflegten Schmatzriegels: Würmer, Fleisch und Fisch in Schoki? Boah ... das sind schon ziemlich heftige Kreuzungen, oder? Aber eines haben alle unsere Naschlinge gemeinsam: sie streben nach einem kurzen Moment Glück, wenn denn das Objekt der Begierde sich allmählich wie ein zartsüßer Film im Mund verteilt. Es muss auf der Zunge zergehen. Jede(r) Zweite ist nämlich mit Schokolade wunschlos glücklich und der ultimative Platzhirsch ab Frühstückstisch ist hier schon das gute, alte nutella aus dem Hause Ferrero: Über 35 % starten ihren Tag bereits mit der im Jahre 1940 erfunden Nuss-Nougat-Creme aus Italien. Wem soll ich einen Eimer nutella mitbringen, wenn ich wieder in den Großmarkt fahre? :D Abgeschlagen liegen Nusspli (Platz 2, 8.4 %) und Eszet (Platz 3, 7 %).

Dennoch beeinflusst Schokoladenextase die Logik nicht – 44,5 % unserer Community sagen klar „Nein“ zu Kakaoplantagen als Investment. Böse Zungen hier im Hauptquartier sagen, dass dies auch die gleiche Anzahl derer ist, die auf dem Kramermarkt an Schokofrüchten „einfach so“ – kalorienarm, kalt und unterzuckert – vorbei läuft und diese getunkten Obst-Varianten ignorieren (45,8 %). Nur jeder Fünfte der Community stoppt und gönnt sich seine ummantelten Vitamine.

Mein Fazit hierauf: Der Nordwesten liebt Schokolade, ist aber sowohl wählerisch wie auch markenstabil. Experimente findet der Norddeutsche unspannend. Und wer Ungewöhnliches in die Vollmilch-Schokolade rührt? Achtung, Sprichwort! „Wat de Buur nich kennt, dat frett he nich.“ :D

Bleibt gesund und

beste Grüße aus dem Herzen der Stadt