Großartiges Eröffnungsspiel im dzo

Abendstunden im dzo. Das Flutlicht ist eingeschaltet. Tosendes Publikum. Ein Flaggenmeer schwappt aus den Fankurven. Typische Botschaften auf selbstgemachten Bannern unterstreichen mit Humor die in Kürze angepfiffene Partie. Die Kapitäne treffen sich im Mittelkreis mit dem Schiedsrichter zur Platzwahl. Das wird alles, aber kein Freundschaftsspiel.

Ein grimmiges „gutes Spiel“ sagt Kapitän Schlabba Hose der Extrem Rasenfreunde e. V. zu seinem heutigen gegenüber, dem Spielführer MacIsFinster der Ammerländer Pocket Rockets. Die Wimpel werden getauscht. Der Schiedsrichter wirft die Platzwahlmarke und die Pocket Rockets haben Anstoß. Irgendwas murmelt Schlabba Hose beim Verlassen der Szenerie, wofür er sich schon vor Anpfiff eine gelbe Verwarnung vom Schiedsrichter einfängt. Ja, gibt es denn sowas.

Ein schriller Pfiff – damit ist die Partie freigegeben. Und die Korkkugel flitzt über das Spielgerät. Ako und Binäro im Erstmalsüberhaupt-Match. Und was anfangs als Orientierungsspiel eingestuft wurde, entfacht sich zügig als Brennpunkt im Erdgeschoss des Neubaus. Die ersten Fangesänge legen los und schon die erste Riesenchance mit einem Distanzschuss von Ako auf den Kasten von Zack Meiner, den die Rasenfreunde erst zu Anfang der Saison verpflichtet haben. Dieser begräbt aber den Ball unter sich und deutet seinen Vorderleuten an, dass da gar keine Gefahr war.

Schneller Abwurf auf den links postierten Außenverteidiger Hier-is-zu, der sich heute wieder fit gemeldet hat und man ihm durchaus anmerkt, dass sein Heimaturlaub in Japan eine hilfreiche Voraussetzung für dieses Spiel ist. Aber was ist das? Hier-is-zu blickt auf und sieht vorne rechts Ratz Fatz mit der Nummer 9 starten – ein gaaaanz langes Ding nach vorn. Der Ball kommt an. Was für eine wunderschöne Annahme. Da stellt sich der Verteidiger Oh-Fuck der Pocket Rockets in den Weg … wunderbar getunnelt … der Keeper muss rauskommen. Aber was für eine Übersicht: Aus dem Hinterraum rückt Bääm Drin in die Spitze vor und eine scharfe, flache Hereingabe von Ratz Fatz. Direkt abgezogen … TOOOOOOOR!!! Das Publikum ist außer sich. Die Menge tobt. Die Fahnen werden geschwenkt und am Spielfeldrand steckt sich Binäro ein Red Band Weingummi grinsend zwischen die Kiemen: da ist es also – das erste Tor jemals auf einem Kicker im dzo.

Ja, zugegeben – wir haben hier noch ein paar Spiele mit der Korkkugel gemacht. Aber diese wirkte nicht schnell genug (so Binäro). Nach all den gewonnenen Partien mit der Korkkugel durch Binäro (ja, ja … der alte Kickergeist war wieder da) nutzen wir jetzt die deutlich schwerere und damit auch deutlich schnellere Kugel aus komprimiertem Plastik (Stahlkern?). Bäääm … und schon kracht es im Gebälk. Wow, was ein Lärm, aber Ako und Binäro waren eh deutlich lauter. Denn es klopft an der Tür.

Es ist Torsten – unser Nachbar und Netzwerkpartner. Er fragt, ob wir die Bude abreißen, erblickt dann aber den Kickertisch. Ja, da ist es passiert – infiziert mit dem Kickergeist. Einsteigen will er nicht, denn es ist Feierabend und er muss heim. Schade, denkt sich Binäro, so ein Double-Team wegballern ist ja noch geiler als nur den Ako. Die Tür schließt sich. Der Spaß tobt weiter.

Und plötzlich fällt diese fiese Regel: Wer zu null verliert, bezahlt seinem Gegner eine Kiste Bier. Und Binäro legt los – wie die Feuerwehr. Handgelenk-Shots der Extraklasse werden nach vorn gedrischt, Ako hat buchstäblich alle Hände voll damit zu tun, die Abwehr zu bedienen. 6:0. Und während Binäro darüber nachdenkt, ob es Beck's sein wird … bääääm … der ultimative Killer-Shot von Ako aus dem Mittelfeld zum verkürzenden 1:6. Paff … da war die Seifenblase zerplatzt.

Weitere Partien. Seitenwechsel. Und plötzlich steht Ako so weit mit dem Rücken an der Wand, dass Binäro das Bier schon fast in der Hand hält – es steht unglaubliche 9:0. Nur noch ein Tor. Ein Tor und kühles Blondes würde dankend in Empfang genommen werden. Ein Tor und der Ako spendiert das Bier. Nur noch eines. Nur noch einmal eine Kombination. Nur noch einmal quer gelegt – nein, verdammt, Ballverlust! Und … bääääm … es kracht … zum 1:9. Am liebsten würde Binäro aus dem Fenster springen (hey, ist Erdgeschoss – alles gut). Ako lacht. Binäro lacht. Geiles Match. Abpfiff.

Grinsend setzen sich Ako und Binäro wieder vor die Arbeitsgeräte. Handtücher tauchen auf, denn irgendwie ist beiden etwas schwitzig. Großartiger Fight. Großartige Spiele. Starke Action und durchweg einen verdienten Sieger. Zurück ins Funkhaus.